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1250
Um das Jahr 1250 siedelte sich das Adelsgeschlecht der Rüdt von Collenberg etwa 1 km östlich von Fechenbach an. Von den Rüden wurde
die Collenburg oberhalb von Fechenbach über dem Main erbaut.
1635
Im Jahre 1635 starb die auf der Collenburg ansässige Linie der Rüdt in männlicher Erbfolge aus.
1648
Der mainzische Kanzler Nikolaus Georg von Reigersberg, der eine Enkelin der letzten Rüden zur Frau hatte, erwarb 1648 den Besitz vom Mainzer Kurfürst als Erbe und Lehen.
1692
Johann Michael Fischer wird am 18.02.1692 in Burglengenfeld geboren.
1750
Der Freiherr Wilhelm Damian von Reigersberg plant mit dem Hof- + Dombaumeister Johann Michael Fischer das Schloss Fechenbach. Beide waren im Dienste des Fürstbichofs Carl Philipp von Greiffenclau und dienten in der Militärlegion von Hutten. Die Pläne können von Freiherrr Wilhelm Damian von Reigersberg, Dominus in Fechenbach und Reistenhausen nicht mehr umgesetzt werden, da dieser 29-jährig 1751 stirbt. Der 16-jährige Bruder Franz Gottlob von Reigersberg baut ab 1754 zusammen mit seinem Vormund Johann Philipp Karl Anton von Fechenbach aus Laudenbach/Main das Schloss Fechenbach.
In der Übergangszeit zwischen Fürstbischof Carl Philipp von Greiffenclau 1749 – 1754 und Fürstbischof Adam Friedrich Graf von Seinsheim 1755 – 1779 wird das Lehen der Reigersberger strittig, so dass „die Familie in große finanzielle Not geriet“. Daher wurden die Decken und der Dachstuhl des Schlosses Fechenbach mit minderwertigem Fichtenholz gebaut und blieb ein Rohbau.
1754/1755
Das Schloss Fechenbach wird vom Hof- und Dombaumeister Johann Michael Fischer, (1692-1766) aus Trappstadt/Unterfranken geplant und errichtet. Das Schloss bleibt ein Rohbau, d.h. die Fassade bleibt ohne Außenputz und der Innenausbau wurde einfach und ärmlich ausgeführt. Johann Michael Fischer war zum Zeitpunkt der Planung und der Errichtung des Schlosses 62 Jahre alt.
1842
Das Schloss wird an Freiherr Karl von Bethmann, Seitenspross des bekannten jüdischen Bankhauses Bethmann aus Frankfurt, verkauft. Dieser baut nur den linken EG-Flügel als einfache Wohnung aus.
17.11.1941
In den dunklen Zeiten des zweiten Weltkriegs beschlagnahmte das Kreisamt Miltenberg, vertreten durch die "NSDAP", das Schloss Fechenbach als Heim für die Kinderlandverschickung. Die Stadtkinder aus Miltenberg und Aschaffenburg werden wegen des Bombenkrieges auf dem Land untergebracht.
19.09.1942
Der Zündholzfabrikant Anton Wissler aus Großostheim kauft von Helene Freifrau von Bechtolsheim geb. Freiin von Bethmann aufgrund eines Zeitungsinserates das Schloss und baut das linke 1. OG als Kriegswohnung für die Familie Wissler aus.
06.07.1945
Das Landratsamt Miltenberg / US-Militärregierung beschlagnahmt das Schloss als Waisenhaus für den Johanniszweigverein Aschaffenburg. Es wurde ein Pachtvertrag zwischen dem Johanniszweigverein und Herrn Anton Wissler abgeschlossen.
16.10.1954
Im Februar 1953 wünscht der Johanniszweigverein die Schenkung des Schlosses von der Erbengemeinschaft Wissler. Herr Georg A. Wissler lehnt eine Schenkung ab und bietet eine Vermietung im ausgebauten Zustand an. Die Vermietung scheitert, da laut dem Landratsamt Miltenberg die brennbaren Geschossdecken aus Holz nach Bayr. Bauordnung nicht zulässig wären.
27.01.1988
Kunsthistorikerin Frau Dr. Stoll wird von Herrn Wissler mit der Feststellung des Architekten des Schloßes und Suche alter Pläne beauftragt. Dr. Stoll stellt fest, daß Erbauer des Schloßes Dombaumeister Johann Michael Fischer Würzburg ist.
02.09.1997
Bereits seit 1954 kämpft Herr Georg A. Wissler um ein Auskernen des Schlossgebäudes, um eine wirtschaftliche Nutzung herbeizuführen. Im Rahmen eines Vorort-Termins durch das Landratsamt Miltenberg und dem Landesamt für Denkmalpflege stellt Frau Dr. Bock vom Denkmalschutzamt einen Hausschwammbefall im Schlossgebäude fest. Die aus der Erbengemeinschaft hervorgegangene Besitz-Gesellschaft GFW Vermögensverwaltung Georg + Fritz Wissler GbR versuchen eine Möglichkeit zu finden, diesen Hausschwamm chemisch zu bekämpfen. Dies ist nicht möglich. Ein Hausschwamm ist nur durch Nahrungsentzug oder Thermobehandlung über 120 °C abzutöten.
30.04.1999
Das Botanische Institut, Universität Karlsruhe, Lehrstuhl 1, Priv. Doz. Dr. Klaus Grimm bestätigt in Ihrem Fachgutachten den Befall durch den Hausschwamm Lacrymans.
13.06.2001
Bei einer nochmaligen Besichtigung des Schloss Fechenbach durch das Landratsamt, stimmt das Landratsamt aufgrund des Pilzbefalls, einem Entkernen des Schlossgebäudes und dem Einzug eines stählernen Tragwerkes sowie eines neuen Dachstuhls zu und erreicht damit zum einen das der Hausschwamm Lacrymans aus der Bausubstanz entfernt wird und zum anderen, dass das Schloss von innen in einem modernen, wirtschaftlich optimal nutzbaren Bauzustand hergestellt wird. Das dicke Mauerwerk und die gedämmten Fenster ermöglichen eine wirtschaftlich optimale Beheizung. Wände und Decken wirken wie ein Wärmepuffer, im Winter wärmend und im Sommer kühlend und tragen so zum optimalen Raumklima bei.
Januar – November 2006
Das Schlossgebäude erhält einen modernen pilzresistenten unverwüstlichen Dachstuhl aus Stahl, eine neue schmutzabweisende Biberschwanzeindeckung und freigespannte Stahlbetonverbunddecken, welche eine frei gestaltbare Innenraumaufteilung ermöglichen. Ausserdem erhält das Schloss zum Ersten mal in seiner Geschichte den niemals fertiggestellten Aussenputz in einer historisch abgestimmten Farbgestaltung.
Nach über 250 Jahren Geschichte, ist das Schloss zum ersten Mal komplett fertig gestellt. Mit sehr ansprechender Fassade und von innen variabel für jegliche Nutzung wartet das Schloss darauf, „belebt“ zu werden.
Ausblick: Im Augenblick suchen die Inhaber nach möglichen Mietern, die dieses wunderschöne Anwesen nutzen möchten. Einer weiteren parkähnlichen angelegten Satellitenbebauung sowie der Innenausbau des Schlosses werden dann in Abstimmung mit den künftigen Nutzern des Schlosses umgesetzt. |